Kardamom Berge – Kambodschas letzter Regenwald

Die Kardamom Mountains sind als letzter zusammenhängender Regenwald für ganz Südostasien von zentraler Bedeutung. Er ist in den kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte weitestgehend unvermint geblieben. Es gibt verschiedene Schreibweisen dieser faszinierenden Landschaft: Krâvanh Mountains, Cardamom Mountains, Khmer: Chuor Phnom Krâvanh. Die Bergkette verläuft von Südwest Kambodscha nach Osten. Sie ist 300 Kilometer lang und 70 km breit. Auf aktuellen Luftbildern ist die Auswirkung des illegalen Holzeinschlags zu sehen. Ein Merkmal mit makabere Bedeutung.

Das Gebirge erstreckt sich entlang einer Achse Südost-Nordwest von Koh Kong Provinz an den Golf von Thailand zum Landkreis Veang, Provinz Pursat. Die höchste Erhebung des Gebirges Kardamom ist Phnom Aural 1.813 Meter hoch. Dies ist auch der höchste Berg Kambodschas. Am nordwestlichen Ende in der Provinz Chanthaburi, Thailand, wird es auf manchen Karten als ‚Soi Dao Mountains‘ (Khao Soi Dao) und als ‚Chanthaburi Range‘ angezeigt. Dichter tropischer Regenwald herrscht am nassen Westhang mit heftigem jährlichen Niederschlag von 3800 bis 5000 mm Niederschlag. Im Vergleich dazu fallen nur 1000 bis 1500 mm an Orten wie Kirirom Nationalpark. In Deutschland regnet es jährlich im Schnitt 750 Liter (750mm) pro Quadratmeter. Von den bewaldeten Hängen im Regenschatten des Nordens geht der Blick weit ins Innere der kambodschanischen Ebene. Am Ostabhang der Kardamomberge wächst Pfeffer und wird kommerziell angebaut.

Kardamomberge. Fluss Tatai

Kardamomberge. Fluss Tatai

Die lange Geschichte der Berge ist schnell erzählt. Es gibt kaum Zeitzeugnisse, so unzugänglich und menschenleer ist die Gegend. Gefunden wurden ein paar menschliche Knochen, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, exotische keramische Gläser und grob behauene Holz-Särge in Felshöhlen.

Berühmt und berüchtigt wurden diese unzugänglichen Gebiete als letzte Hochburgen der Roten Khmer. 1994 endete der Krieg in Kambodscha, doch noch weitere zwei Jahre boten die Cardamom Mountains versprengten Anhängern von Pol Pots brutalem Regime Zuflucht bis sie schließlich vertrieben wurden. In der damaligen Zeit wurde viel gewildert und abgeholzt. Erstaunlicherweise blieben die Kardamomberge dennoch die Heimat für seltene Tierarten.

Die thailändische Grenze im Westen fungierte anschließend als ein Durchlass zur Unterstützung der im Untergrund kämpfenden Khmer Rouge durch Thailand, China und den USA. Nur die Berge kennen ihre eigene nicht dokumentierte Geschichte von Flucht, Flüchtlingen und toten Kämpfern, über Raubbau, Korruption und jede Form von Rechtsfreiheit.

Boot auf dem Tatai Fluss

Boot auf dem Tatai Fluss

Doch die Unzugänglichkeit der Mountains trug maßgeblich dazu bei, große und großartige Naturgebiete zu erhalten. Der Tourismus ist relativ neu in den Kardamom-Bergen. Im Jahr 2008 starteten Wildlife Allane ein lokal unterstütztes Ecotourism Program in dem Dorf Chi-Phat, vermarktet als das Tor zu den Cardamoms. Jedoch bleibt die Zahl der internationalen Besucher sehr klein im Vergleich zu der Tourismusentwicklung vor allem von Siem Reap (Angkor Wat) sowie Phnom Penh (Paläste und Museen) und Sihanoukville ( Inseln und Strände)

Das Fotoalbum zum Thema: Kambodscha Kardamom-Berge

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