Spanien. Wo sind die Fischer aus Almuñécar?

Es war einmal ein kleines Fischerdorf an der Costa de Sol, der südspanischen Küste in Andalusien. Dort lebten ein paar Fischer vom täglichen Fang. Ihre Holzboote brauchten keinen Hafen. Sie wurden nach der Rückkehr auf den Kieselsteinstrand gezogen. Doch dann begannen die 1960’er Jahre, in denen Spanien allmählich zu einem beliebten Tourismusziel wurde und so mancher Wiederholungs-Urlauber träumte davon, irgendwann ein kleines Appartement an der Küste zu besitzen, für die Winter während der Rentnerjahre. Dies lockte vor allem Deutsche, Engländer und Niederländer. Für sie war die winterliche Flucht vor der kalten und grauen Jahreszeit eine ganz besonders inspirierende Vorstellung. Allmählich wurde die Küste bebaut. Neben den privaten Häusern und Wohnungen entstanden Hotels. Der Tourismus nahm zu. Nun waren nicht nur die paar Fischer gefragt. Es gab Arbeit genug und aus dem kleinen Fischerdorf wurde eine Stadt, die in der Hauptsaison mehreren Zigtausend Einwohnern, Einheimische und Fremde, Unterkunft, Arbeit und/oder Zerstreuung bot.

So könnte die Geschichte vieler Ortschaften an der Costa del Sol beginnen. So verlief sie für Almuñécar, eine Stadt, die ca. 60 Kilometer östlich von Malaga liegt. Sie ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Touristenorte geworden. Im Sommer sind sowohl die Spanier aus dem Inland, insbesondere aus Granada, als auch ausländische Urlauber zu Gast. Laut Wikipedia hatte der einstige beschauliche Fischerort, der vor langer Zeit als phönizische Siedlung gegründet wurde und im Zentrum etliche freigelegte Ruinen aus römischer Zeit aufweist, im Januar 2011 offiziell 27.754 gemeldete Bewohner. Die Touristen werden nicht mitgezählt.

Spanien hat seine Küsten gut erschlossen. Die noch in den 1980’ern abenteuerlich anmutenden Straßen über felsige Berger und Täler sind nach jahrelangen Anstrengungen und reichlich Geld aus der EU in ordentlichen Trassen verlegt worden.

Almunecar hat nicht nur auf touristischem Gebiet eine hohe Bedeutung erlangt, sondern auch als Produktionsort für subtropische Früchte. In der näheren Umgebung gibt es zahlreiche Plantagen zum Anbau von Avocados, Cherimoyas, Mangos, Kiwis, Zitrusfürchte und Bananen.

Schauen wir uns den Ort mal an.

Die Fischerboote, es gibt sie noch!

Die Fischerboote, es gibt sie noch!

Beim Einholen der Netze helfen vorbeikommende Spaziergänger mit.

Beim Einholen der Netze helfen vorbeikommende Spaziergänger mit.

Almunecar kann seine Wurzeln nicht  verbergen. Fischerboote gibt es immer noch und sie sehen so aus, als ob ernsthaft von ihnen Gebrauch gemacht wird. Doch ist nicht erkennbar, ob hier nur ein paar alte Einheimische zur Belieferung der von ihrer Familie geführten Restaurants oder andere zum Spaß rausfahren.

Fischerboote am Strand

Fischerboote am Strand

Beim Blick in die andere Richtung wird klar, dass der Fischfang aus kleinen Holzbooten längst keine tragende Säule des Ortes ist.

Hochhäuser an der Küste

Hochhäuser an der Küste

Die Meerefürchte an den zahlreichen Ständen in der Markthalle stammen eher von Lieferanten als aus dem lokalen Fang.

Fischverkauf

Fischverkauf

Vom Ort ausgehend, wird die Küstenstraße von Hotels gesäumt. Der Strand ist nicht jedermanns Sache. Er besteht aus großen Kieselsteinen, die nicht so gemütlich sind, wie feiner Sand.

Steiniger Strand und karge Landschaft

Steiniger Strand und karge Landschaft

 Im städtischen Park sind die Fundamente und Ruinen von Gebäuden aus römischer Zeit zu sehen. Der Ort hat eine lange Geschichte.

Römische Ruinen

Römische Ruinen

Zu den kulturellen Highlights gehören die Prozessionen der Semana Santa.

Rote Kapuzen. Prozesssion

Rote Kapuzen. Prozesssion

Die religiösen Prozessionen sind keine bitterernsten Angelegenheiten. Die Kneipen entlang des Weges haben an solchen Tagen Hochbetrieb. Immer wieder büchst einer der Träger aus, um schnell einen Fino (kleines Glas Sherry) oder ein Bierchen zu kippen.  Stimmungsmäßig sind die Semana Santa Aktionen das Gegenstück zum norddeutschen Schützenfest, auch wenn die katholischen Spanier ihre religiösen Zermonien mit Prunk und aufwendigen Requisiten zelebrieren.  Besucher des Ortes, die sich gut unterhalten lassen möchten, kommen während der Semana Santa voll auf ihre Kosten. Es ist allerdings schwierig oder  teuer eine Unterkunft zu ergattern.

Prozession mit Jesusfigur

Prozession mit Jesusfigur

Andalusien – weitere Beiträge werden folgen.

Fotoarchiv: Andalusien – Almunecar

 

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