Im Reisebus durch Afghanistan

Als der österreichische Zahnarzt, Dr. Herbert Schweeger, im Jahre 1968 in einer Reisegruppe einer Fahrt nach Afghanistan und Pakistan antrat, war die Welt in die Region noch in Ordnung. Von den späteren kriegerischen Auseinandersetzung mit der Sowjetunion und anschließend mit der NATO war damals keine Rede. Wer dorthin fuhr, kannte den Begriff Taliban nicht,  wohl aber den Khyber Pass und in manchem bunt angestrichenen VW-Bus saßen Hippies, die nicht nur auf dem visuellen Trip waren. Touristen wurden in Reisebussen durch die beiden Länder gefahren. Sie interessierten sich für Kabul und historische Sehenswürdigkeiten wie die Budda-Statuen in der Provinz Bamiyan. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass sie einige Jahrzehnte später aus religiösen Gründen zerstört werden sollten. Auf dem Land begegneten den Reisenden Karawanen aus Eseln und Dromedaren mit Traglasten. Die Landschaft war karg und wüstenartig. Die Ausläufer des Hindukusch prägten das Land bergig. Die Reisegesellschaften machten an steinernen Hütten Rast, um im Schatten der Mauern Tee zu trinken und Fladenbrot zu essen.  Für die Fotografen boten die Länder mit ihrem exotisch gekleideten Menschen und Bauwerken, dem mittelalterlich wirkenden Alltag, aber auch einer atemberaubenden Landschaft interessante Motive.

1968. Afghanistan. Männer beim Essen

1968. Afghanistan. Männer beim Essen

Im gleichen Jahr reiste eine uns unbekannte Fotografien ebenfalls in die Region. Auch sie befand sich in einer Gruppe in einem Reisebus. Das Fahrzeug war doppelstöckig und fungierte als rollendes Hotel. Auf diesen Fahrten durch mehrere Länder mussten die Reisenden Unbequemlichkeiten hinnehmen, die der westliche moderne Urlauber nicht mehr kennt. So eine Fahrt in der Türkei beginnen und in Pakistan enden.

1968. Afghanistan. Mann auf einem Esel

1968. Afghanistan. Mann auf einem Esel

Der Berliner Fotograf Sandro Most reiste 2004 nach Afghanistan und Pakistan. Die friedlichen Tage der späten Sechziger waren längst vorbei. Afghanistan war an vielen Stellen vermint und zahlreiche Menschen hatten durch die Sprengkörper Gliedmaßen verloren. Most war bei der Behandlung von Kranken zugegen und besuchte eine Werkstatt für die Herstellung von Prothesen. Auf einigen seiner Bilder sind Panzer zu sehen und bewaffnete Männer.

Die Bilder der drei Fotografen wurden gescannt und sind bei medienarchiv. com zu sehen.
Zum Angucken, geht es hier lang: Afghanistan Fotos

 

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