Drum prüfe, wer sich ewig bindet …. Quo vadis, Emigrant ?

Für jeden Auswanderungswilligen gibt es unterschiedliche Motivationsstrukturen, die ihn (oder sie), gerade wenn das Pensionsalter erreicht ist, zum Verlassen der Heimat animieren. Dies gilt insbesondere auch für die deutschsprachigen Europäer, die im fortgeschrittenen Alter nach Thailand auswandern. Die meist gehörten Anziehungspunkte dürften das wärmere Klima, die – relativ – niedrigeren Lebenshaltungskosten und die sprichwörtliche Gastfreundlichkeit der Thais sein. Für einen Urlaub gelten diese Argumente allemal, aber halten sie auch allen Belastungsproben stand, wenn man im Land des Lächelns seinen (fast) ausschließlichen Lebensmittelpunkt sich?

[ oxly1.de:   Der Beitrag ‚Das wars in Thailand – Deutsche Rentner auf der Flucht‚ von Ludger Wimberg hat einigen Staub aufgewirbelt in diesem sonst so ruhigen Blog. Ralph Rempler schrieb dankenswerterweise einen langen Artikel zum Thema, den wir hier veröffentlichen.]

Der Blick aus meinem Bürofenster lässt mich seit Tagen fast nichts als grauen Himmel erblicken. Nimbostratus mit acht Achtel Bedeckungsgrad sieht der Meteorologe. Kein Fleckchen blau zeigt sich dazwischen, dazu Nieselregen und das Thermometer weist heute früh -3° Celsius aus. Abgesehen von ausgewählten Bergregionen sind solche Wetterlagen in Südostasien kaum anzutreffen und schon gar nicht über längere Zeit hinweg. Stattdessen „verlässliche“ Hitze, die – sofern man sich täglich genügend nichtalkoholische Flüssigkeit zuführt – irgendwie sehr angenehm daherkommt. Vielleicht ist sie – trotz aller Bedenken von Kardiologen – unterm Strich wirklich lebensverlängernd. Zumindest hört man gerüchteweise, dass einige Versicherungsmathematiker befürchten, Altenpflegeheime in Thailand wären – trotz der deutlich niedrigeren Lohnkosten – völlig unrentabel, weil die Patienten „steinalt“ würden. Und Versicherungsunternehmen sind ja in aller Regel keine gemeinnützigen Gesellschaften, sondern wirtschaftliche Entitäten, deren Hauptaufgabe darin besteht, Gewinne für die Kapitaleigner zu erwirtschaften. Summa summarum: Beim Wetter heißt es wohl 1:0 für Thailand, wenn man nicht in überschwemmungsgefährdeten Distrikten nahe des Chao Phraya lebt, und mit den mitunter sehr heftigen Niederschlägen in der Regenzeit leben kann.

Beim zweiten Aspekt wird es schon deutlich schwieriger, eine faire Punktverteilung zu ermitteln:

Was die Lebenshaltungskosten im „Land Of Smiles“ angeht, so findet man auf oxly11 kontroverse, und gerade deshalb umso wertvollere Diskussion, weil sie jenen, die über eine Ruhestandsemigration nachdenken, wichtige Anhaltspunkte für das notwendige Budget liefern. Von daher Dank an jene Autoren und an die Trägerplattform.

Aber manch einer lässt vor lauter Fernweh und Sehnsucht nach Strand und Sonne bei diesem Punkt die nötige kalkulatorische Weitsicht vermissen. Thailand war einmal sehr „billig“. Deutschland war das auch, – aber das ist möglicherweise mehr „gefühlte Erinnerung“ als an globalen Teuerungsraten gemessene Realität. „Billig“ und „teuer“ sind ja ohnehin recht subjektive Parameter. Wenn man sich die Entwicklung der ganz jungen Euro-Länder vor und nach der Währungsumstellung ansieht, so erkennt man überall, wie rasant die die dortigen Hotel- und Restaurant-Preise von „unglaublich günstig“ auf „unverschämt teuer“ geklettert sind. Nun besteht zwar nicht das Risiko, dass Thailand demnächst den Euro einführt, aber auch hier, wie in ganz Asien (oder in Afrika, Südamerika etc.) laufen ganz normale volkswirtschaftliche Prozesse ab, wie inflationäre Kettenreaktionen, durch die – z.B. nach einem starken Anstieg der Treibstoffpreise – eher rasant als in Zeitlupe, Verbraucherpreise auf vorher nicht gekannte Höhen steigen. Wer solche Phänomene absichtlich negiert oder fahrlässig übersieht, der spielt mit seiner Zukunft. Gerade bei der Budgetplanung sollte man weitsichtig agieren. Wer sein Paradies im Isaarn findet, mag davon derzeit noch wenig berührt sein, aber wer in Phuket, Pattaya, Koh Samui oder anderen touristischen Zentren seine Zelte aufschlagen will, der möge seine wirtschaftliche Entscheidung besser auf „gepufferte“ Füße stellen, die nicht gleich im Treibsand der nächsten Teuerungswelle versinken. Ohne Geld wird – das haben wir alle längst inkorporiert – die Luft in Thailand so dünn, dass mindestens die Lebensfreude drastisch leidet. No money, no honey, – und das gilt auch bei Tesco und Lotus.

Mit Schaudern denke ich an die Ausführungen eines Urlaubers, der nach gerade mal 10 Tage in Thailand sofort spürte: „Das wird ganz rasch meine Heimat!“ Damals rangierte die Wechselkurs-Relation zwischen Bath und Euro über 50:1 und befand sich nahe einem der Höchststände der jüngeren Vergangenheit. In grenzenlosem Optimismus extrapolierte der gute Mann schon, dass der Euro bald 60 oder gar mehr Bath bringen müsste. Doch erstens kommt es anders als man zweitens denkt. Die Transaktionen sowohl von Finanzmarkt-Spekulanten der oberen Größenordnungen, als auch von ganzen Volkswirtschaften über deren Zentralbankorgane (China, USA, Russland) haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, und es ist vorhersehbar, dass die Dimensionen dieser Wechselkurs bestimmenden Transaktionen mittelfristig weiter zunehmen werden. Das bedeutet, dass es bei Wechselkursen ganz generell und auf Dauer zu deutlich heftigeren Ausschlägen kommen dürfte, als man es weltweit in “Vor-Euro-Zeiten” gewohnt war. Heute wird – nach Ansicht vieler Lehrstühle – in der westlichen Welt mehr Geld mit “Geld” als mit der Herstellung und dem Vertrieb von Waren und Dienstleistungen verdient. Das Wort vom “Ultra-Kapitalismus” ist, so denke ich, von daher nicht ganz unbegründet, zumal wenn höchstdotierte Devisenhändler aus feinsten Geldhäusern ganz gezielt gegen ganze Länder spekulieren.

Wir sollten allesamt beten, dass Portugal, das – daran zweifele ich keine Sekunde – sehr bald unter den Euro-Rettungsschirm kommt, der letzte „Patient bleibt. Denn der nächste Risiko-Kandidat auf der Rangliste heißt Spanien. Und wenn Portugal, Griechenland und Irland die Spitze des Eisberges waren, dann muss uns klar sein: Spanien IST der Eisberg, dem blitzartig mindestens Italien folgen würde, und dann hilft auch der unlängst zugesicherte währungspolitische Beistand von Japanern und Chinesen wohl kaum noch, weil Panik die Märkte immer noch besser in den Griff bekommt, als nüchterne Zahlenanalyse.

In diesem Zusammenhang eminent wichtig für alle Auswanderer ist, ein “worst-case-Szenario” für plötzliche, ungünstige Entwicklungen des eigenen Wechselkurses in die Wirtschaftlichkeitsüberlegungen einzubauen, um nicht in ein immer tiefer werdendes Loch zu geraten. Im Übrigen ist uns wohl allen klar, dass die allermeisten DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen einen niedrigen €-Wechselkurs insbesondere gegenüber dem US-Dollar begrüßen, weil er sie auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger macht. Ein niedriger Kurs gegenüber dem USD saugt aber geradezu einen niedrigeren Euro-Kurs zum Bath nach sich.
Nichtsdestoweniger rechnen derzeit immer mehr in der Wirtschaft Verantwortung tragende Thais auch mit der Möglichkeit eines bevorstehenden “Einbruchs” des THB, der aber auch wieder nicht ewig anhalten wird. Aber hier gilt für die langfristige Zukunftsplanung: Sicher ist sicher. Besser auf (sehr) ungünstigste Varianten vorbereitet sein, – wenn es dann besser kommt, wird sich niemand beschweren. Hier sollte man auch nicht in Wochen, sondern in Jahren denken, denn dass allerspätestens in 2013 die Überschuldung des Haushalts der USA massive Tsunami-Gefahr in sich birgt und zwar deutlich mehr als die bisherige Euro-Krise, das sieht praktisch jeder Volkswirt.  Für heute gilt aber sicher noch, dass man in Thailand mit gleicher Rente mehr Kaufkraft hat, als in Euroland.
Für mich bedeutet das insgesamt ein erneutes, wenn auch nicht unbedingt auf alle Ewigkeit festgeschriebenes 1:0 für Thailand in Sachen Lebenshaltungskosten.

Zum dritten Aspekt: Die Gastfreundlichkeit der Thais in Frage zu stellen, wäre anmaßend.

Aber intelligenten Menschen ist weltweit eines gemein: ein gesundes Maß an Selbstkritik. Und wenn hier wir eine kritische Sicht auf unsere Herkunftsregion anwenden, dann müssen wir erkennen, dass die Gastfreundlichkeit über die letzten Jahrzehnte nicht ohne unser Verschulden „etwas“ gelitten hat. Ich würde mich absolut hüten, diese Entwicklung (nur) den Thais anzukreiden. Hunderttausende westlicher Urlauber fallen seit Jahrzehnten in Thailand ein und viele von ihnen nahmen sich (fast) alles, was sie für ihre Devisen bekommen konnten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, sich einmal in die Gedanken der Einheimischen zu versetzen. Die klugen Köpfe lassen maximale Höflichkeit walten, ohne dabei gesundes Verhandlungsgeschick außer Acht zu lassen. Die anderen beschweren sich lautstark über vieles, was eben anders ist als daheim. Manche treten sogar thailändische Sitten und Gebräuche im übertragenen Sinne mit Füßen, missachten essenzielle kulturelle Elemente und Anschauungen und wundern sich dann, dass es früher oder später entsprechend aus dem Wald herausschallt. An vielen Orten zahlen wir heute die Zeche, für rücksichtsloses und egomanische Verhalten von früheren „Gästen“ aus unserer Heimat, die vergessen hatten, dass sie eben …. Gäste … sind. Gewiss, in Thailand ticken viele Uhren anders und manches ist für uns alle schwer zu ertragen. Aber trotz aller importierten Devisen, die zugegebenermaßen für Thailand immens wichtig sind: Wir werden immer Gäste bleiben, und wenn uns etwas ganz und gar nicht gefällt, können wir ja jederzeit unseren Kurs auf andere Zielgebiete lenken. Niemand zwingt uns, im Königreich zu bleiben. In keinem Fall sollte man damit rechnen, dass die Fremdenfreundlichkeit in Thailand irgendwann einmal auf Höhen schnellt, die uns zu „gleichberechtigten“ Lebewesen macht. Aber wer beobachtet, wie bestimmte Ausländergruppen in Deutschland – nicht von allen, aber doch von einer stattlichen Mehrheit – behandelt werden, der sollte sich bewusst sein, dass er in Thailand eben auch „Ausländer“ ist. So werden die Thais stets alle eigenen Probleme immer über die der Touristen oder Immigranten stellen.

Manch einer erhebt unlängst die Stimme und beklagt sich über andere Landsmannschaften, die noch nicht so lange in Heerscharen in Thailands Touristenzentren strömen. Aber ich warne vor allzu blindwütiger Kritik zum Beispiel an den “reichen Russen” (und Arabern). Hier sollte man im Blick behalten, dass “wir” Westler einstmals ebenso “D-Mark-barbarisch” in Thailand eingefallen sind und die Preise ruiniert haben. Außerdem gilt: Jedes 3.-Welt-Land hat dasselbe Recht, wie Industrienationen, nach größtmöglichem, eigenen Wohlbefinden zu greifen und die Möglichkeiten, die sich durch neue, kaufkräftigere Kundschaft bietet, weitgehend auch zu nutzen. Würden wir das anders machen? Mahatma Ghandi? Ja ! Sie und ich? Eher nicht, oder?

Ein Faktor, der nicht unmittelbar zum Thema „Gastfreundlichkeit“ gehört, der aber ziemlich heftige Auswirkungen auf das Miteinander haben kann, ist die politische Situation. Politische Stabilität und halbwegs makellose Demokratie, wie wir sie aus der Schweiz oder in Grenzen auch aus Deutschland kennen, ist nicht einmal in allen europäischen Ländern realisiert. Und das Risiko, dass es in Thailand zu wirklich ernsthaften Unruhen kommen könnte, falls der von uns allen aufs Intensivste verehrte Monarch seiner Erkrankung erliegen würde, ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Dies sehen selbst Thailänder mit allergrößter Sorge. Eine Bevölkerung, die hinsichtlich ihrer politischen Anhängerschaft quasi in zwei annähernd gleich große Teile gespalten ist, birgt – ohne das einigende Element des allseits verehrten Königs – immenses Konfliktpotenzial in sich, und im Vergleich zu dem, was hier kommen könnte, muten die vormaligen Unruhen geradezu wie “Peanuts” an. Und wenn nationale Konflikte bedrohlich werden, dann haben noch immer die meisten Regierungen der Welt auf die Ausländer angelegt, weil das ja ein „vereinigendes“ Element sein kann.
Weil jedoch das Thema „Gastfreundlichkeit“ keine scharf umrissenen Konturen hat, wäre es völliger Unsinn, hier etwas bewerten zu wollen. Und ohnehin wird jeder seine persönlichen Erfahrungen sammeln und gesammelt haben, und diese auch völlig unterschiedlich bewerten.

Ohnehin stimme ich Ihnen zu, wenn Sie jetzt jegliche relative „Bewertung“ völlig in Frage stellen. Also Schluss damit!

Weil aber – am Ende des Tages – der leistbare Lebensstandard wohl der Schlüsselfaktor für das Wohlbefinden in einem Gastland ist, komme ich noch einmal auf diesen Punkt zurück:
Für alle, die – wie der Autor selbst – nach vielen Monaten des Hin- und Herreisens, auswanderungswillig sind und für jene, die sich bereits in der intensiven Planungsphase befinden, ist eine möglichst realistische Budgetplanung alternativlos.
Die Bedürfnisse jedes Einzelnen hinsichtlich eines “guten” Lebens in Thailand sind definitiv unterschiedlich. Hier gilt es bei der Analyse, den Sichtwinkel des Radars möglich weit aufzuspannen. Auch in englischsprachigen Foren (Thaivisa, Thaimusings etc.) oder in deutschsprachigen (u.a. http://asiapurtravel.phpbb6.de/ oder http://www.thaipage.ch oder im “ThaiTicker”) gibt es des Öfteren Diskussionsbeiträge, in denen die Kosten für die verschiedenen Facetten des notwendigen Budgets mehr oder minder grob abgeschätzt wurden: Wohnen, Essen + Trinken, Strom, Telekommunikation/Internet/TV/gedruckte Medien, Logistik (eigenes Auto oder öffentliche Verkehrsmittel, Heimflüge), Versicherungen (insbes. Krankenversicherung), notwendiges/wünschenswertes Tam Buun/Spenden (für Nachbarn, Mönche, Bedürftige und ggf. Angehörige in Thailand), Gebühren (und Bakschisch) für die Wechselwirkung mit den behördlichen Institutionen (VISA etc.), Anschaffungen (Möbel, Kleidung), Reinigung/Körperpflege, Entertainment (Konzerte, Grillfeste für die Nachbarschaft, Theater order Sportveranstaltungen i.w. in BKK) und für jedes Individuum kommen noch spezifische andere Komponenten hinzu.
Eine gesunde Schätzung, wie weit die eigenen “Bordmittel” reichen, bewahrt uns alle davor, mit oder ohne gebrochenes Herz Landsleute (zu denen ich auch Schweizer und Österreicher zähle) ins Elend driften zu sehen.
In den meisten mir bekannten Fällen hätte eine GUTE KRANKENVERSICHERUNG das Schlimmste verhindert, deshalb ist dieser Punkt meine Nr.1 auf der Prioritätenliste in der Planung.

Fast zum Schluss noch ein Blick auf das komplexe Thema „Immobilien“. Ich setze als bekannt voraus, wie schwierig bis unmöglich es ist, in Thailand ein „eigenes“ Haus zu erwerben, aber manch einer schafft es doch über eine Firmengründung oder eine Firmenübernahme. Hierzu sollte man allerdings unbedingt von der jeweiligen Botschaft empfohlene Anwälte ins Boot nehmen, ansonsten drohen unweigerlich ein Totalschaden und andere höchst unangenehme Überraschungen. Aber die Überraschungen warten ja schon lange vor dem Einsammeln der Unterschriften auf den Kaufwilligen. Nach rund 40 Besichtigungen von (bescheidenen) Häuschen habe ich den Eindruck gewonnen, als seien die Provisionen der (oft westlichen) Immobilien-Makler nicht nur viel höher, sondern d-r-a-m-a-t-i-s-c-h höher, als wir es in Westeuropa gewohnt sind. In zwei Fällen wurden meinen thailändischen Ansprechpartnern nahezu identische Nachbarobjekte für 50% des beim Makler ausverhandelten Preises angeboten, OBWOHL bekannt war, dass ein FALANG hinter der Kaufabsicht steckte. Also nicht nur das bekannte Phänomen “Ein Falang zahlt immer mehr als ein Thai”, sondern auch intransparente Maklerprovisionen von nahezu 50% des Gesamtpreises.

Viele der von mir angesprochenen Dinge, sind von den meisten Lesern sicherlich schon vielfach und endlos diskutiert worden, aber dieser Text wendet sich nicht an die „alten Hasen“, sondern eher an die, die in ihren Vorbereitungen noch vor dem Bergfest stehen.  Zu allen genannten Punkten kann man gänzlich unterschiedlicher Ansicht sein.

Falls ich etwas sachlich falsch beleuchtet haben sollte: „Scio me nihil scire“, – oder eingedeutscht „Ich weiß, dass ich eigentlich ziemlich wenig weiß“. Ich bin in jedem Falle sicher, dass der eine oder andere viele Haare in der Suppe finden wird, – das ist eben die Natur von uns Germanen: Wir kritisieren lieber, als etwas gutzuheißen.  Die „Heftigkeit“ der Diskussionen zu anderen Beiträgen zeigt aber auch schon ein elementares Problem auf, mit dem vor allem auch Auswanderer aus der westlichen Welt in Thailand zu kämpfen haben: Eine angemessene Wortwahl, die den Gegenüber nicht geradezu zwingt die nächste verbale Eskalationsstufe zu erklimmen, ist mitunter zu vermissen.  Für ein zivilisiertes und friedliches Miteinander – im Inland wie im Ausland, “live” und im Web – wäre es aus meiner Warte immer sehr begrüßenswert, wenn der Respekt vor dem Individuum Einhalt vor beleidigenden Elementen in den Kommentaren gebieten würde.

7 Antworten auf: Drum prüfe, wer sich ewig bindet …. Quo vadis, Emigrant ?

  • Jochen

    Ich verfolge die Kommentare zum Beitrag von Ludger Wimberg ‚… Deutsche Rentner auf der Flucht“ seit mehreren Tagen und halte auch den Beitrag ‚… ausgewandert nach Koh Samui‘ für wichtig. Auf YouTube gibt es einige Videos zum Thema, die vermeintlich Widersprüchliches vvermitteln. Existenzgründer, die in Thailand aktiv sind, benötigen oft eine Frau, die den Laden schmeisst, weil der ‚Deutsche‘ keine Arbeitserlaubnis hat. Dann sieht man aber andere (Anton in Pattaya), die ihre Küche selbst leiten. Für Laien ist das nicht nachvollziehbar. Was geht und was nicht. Man muss ja nicht nur als Rentner die Absicht hegen, dort zu leben. Ralph Rempler ergänzt diese Eindrücke mit klugen Hinweisen. Die unsichere politische Situation, die nach dem Tode des Königs zu einem unkontrollierbaren Chaos führen kann, ist für Langzeitpläne entmutigend. Nicht vergessen sollte man, dass im Nachbarland Kambodscha die Roten Khmer gewütet haben. Das muss sich in Thailand nicht wiederholen aber wer kann eine solche Entwicklung schon vorhersagen.

    Der Hinweis auf Spanien als ‚Eisberg‘ Europas passt zu dem Thema. Auch dort haben viele Deutsche für ihr Alter Immobilien gekauft und/oder gebaut. Die Immobilienpreise waren in den Städten und angenehmen Küstenregionen in den 1990’ern bis in dieses Jahrhundert regelrecht explodiert. Der cortado, den man sich mehr oder weniger unterwegs beiläufig genehmigte, kostete an den Ständen oder in den Cafés, die von Taxifahrern, Arbeitern und Einheimischen aufgesucht wurden, 100 Peseten (0,60 €), ein fino 150 Peseten. Ein cortado ist heute nicht unter 1 € zu haben, eher mehr.

  • Micha

    Die ersten Worte der Überschrift sagen alles: ‚Drum prüfe …‘ Diese Binsenweisheit scheinen viele außer acht zu lassen. Es aber immer so. Die USA wären ohne den riskanten Piniergeist nicht erschlossen worden, niemand wäre den Yukon zur Goldsuche hochgefahren und Hernando Cortés hätte das Aztekenreich nicht erobert. ‚Wer nicht wagt, nicht gewinnt‘ ohne Risiko kommt man in den seltensten Fällen an den Jackpot. Aber inzwischen können wir viele Risiken durch Recherchen minimieren. Das sollte man natürlich machen. ‚Drum prüfe …‘

  • Sabine

    Vielleicht sollte ich mal ein Auswandererseminar entwickeln wenn das Thema so spannend ist. Wer möchte teilnehmen?

  • Kuhnarthur

    Auf keinen Fall sollte man die Sprachbarriere unterschätzen. Englisch ist in Thailand nicht sonderlich verbreitet und Deutsch eher unbekannt. So wie es für die Thai nicht einfach ist, mit der Aussprache des Englischen klar zu kommen, ist für uns nicht einfach, mit einer tonalen Silbensprache wie dem Thai klar zu kommen.

    ma kommen
    ma der Hund
    ma das Pferd

    ist doch ganz einfach, das a wird nur ein wenig anders betont und schon können die Thai das unterscheiden…

  • Simon

    Habe nicht vor auszuwandern, muß noch eine ganze Weile schaffen. Den Beitrag mit Interesse gelesen und und finde, daß der Autos sich eines schönen Stils der Deutschen Sprache befleißigt hat.
    🙂

  • Simon

    Habe nicht vor auszuwandern, muß noch eine ganze Weile schaffen. Den Beitrag mit Interesse gelesen und und finde, daß der Autor sich eines schönen Stils der Deutschen Sprache befleißigt hat.
    🙂

  • Richard

    Ralph Rempler hat sich wirklich Muehe gegeben, die Gruende, die fuer Thailand sprechen, ausgewogen darzustellen. Herzlichen Glueckwunsch und herzlichen Dank! Die Situation nach einem Ableben des Herrschers wird meiner Ansicht nach von Auslaendern in Thailand allzu schwarz gesehen. Ein solch grosses Wirtschaftsunternehmen wie „The Court of Thailand“ wird sich in diesem Fall doch nicht in den Ruin stuerzen. Die Uebergabe des Zepters wird sacht und auf dem mittleren Weg geschehen, wie es fuer Thailand ueblich ist. Ein kleines Anzeichen dafuer ist vielleicht, dass nun auch der Kronprinz auf dem ersten Geldschein abgebildet ist.
    Diesem Punkt wuerde ich keine groessere Gewichtung beimessen als den anderen.
    Einen weiteren Punkt moechte ich jedoch nicht unerwaehnt lassen: Wandere nur nach Thailand aus, wenn du dir sicher bist, fuer die naechsten Jahre eine sinn- und verantwortungsvolle Taetigkeit ausueben zu koennen, die dir Anerkennung in deinem sozialen Umfeld einbringt und auch ohne Work Permit dein finanzielles Polster verbessert.

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