Ausgewandert nach Koh Samui

Koh Samui. Jürgen kommt von der Weinstrasse in der Pfalz. Im Sommer ein begehrtes Gebiet bei deutschen Urlaubern. Doch schon früh stand für ihn fest, es ist nicht Deutschland, wo er bleiben möchte. In den 1980ern ging er nach Portugal auf eine Pferdefarm an der Algarve. Ein alter Portugiese hat ihm damals das Land angeboten für 100.000 DM, das Land war 200 Meter von der Algarve entfernt, mit direktem Zugang zum Meer. Vor zwei Jahren wechselte dieses Stück Erde für 1,4 Millionen Euro den Besitzer. Doch was sollte er tun? Er war damals 23 Jahre alt, seine Frau schwanger und in Portugal gab es keine guten Hebammen, so sind sie nach Deutschland für die Geburt des Sohnes gefahren und dann nicht mehr zurückgekehrt. Das war sein wirklich größter Fehler, sagt Jo.

Der Traum - Die Insel - Koh Samui

Der Traum – Die Insel – Koh Samui

Doch der Ausreisewille ist immer gebelieben. Es folgte kurz nach dem Sohn eine Tochter. Mit 27 Jahren starb seine Frau an Leukämie, eine schwere Zeit begann Jo war nun Alleinerziehender, machte sich mit einem Kurierdienst selbständig und konnte seine lückenhafte Familie so durch die Jahre bringen. Doch die Geschäfte liefen schlecht, er musste einen Hausmeisterjob annehmen und war natürlich der erste, dem gekündigt wurde nach nur 16 Monaten. Das war es, dachte er damals. Okay, dann eben Arbeitslosengeld. Doch da hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Geld vom Amt gab es nur, wenn das Ersparte aufgebraucht wurde. Und da war noch ein Betrag aus den guten Jahren, die er für seine Familie zurückgelegt hatte.

Nein, das will er nicht einfach so durchbringen, das Geld will er nutzen, er muss sogar, es ist seine letzte Chance, den gnadenlosen Mühlen der Zuwendungsempfänger zu entgehen. Sein Traum wurde plötzlich wieder wach. Er bereiste Südostasien, einmal, zweimal und traf auf die Insel Phuket. Er sah sich dort um, traf auf Gästehäuser und Bars, rechnete sich alles durch und hätte fast aufgegeben, wenn er nicht durch Zufall auf einer privaten Geburtstagsfeier in der Second Road von Patong seine Phu getroffen hätte. Er war über Nacht nicht mehr alleine und Phu hat einfach ja gesagt, schon am nächsten Morgen, ja, sie geht mit ihm überall hin.

Der Eingang zum Traum

Der Eingang zum Traum

Dann ging alles ganz schnell. Ein Angebot im Internet auf der Insel Koh Samui hatte ihn schon vorher gereizt, doch dort kannte er niemanden, traute sich nicht, alleine den Weg dorthin zu gehen. Er war nicht mehr alleine, gemeinsam machten sie sich auf den Weg.

In Bangrak, in der Nähe des Big Buddha Beach bei Chaweng, stand eine nagelneue Bungalowanlage, das Bee Nat Garden Resort. Jo und Pho fuhren durch das große Tor auf den Parkplatz und saßen noch auf der geliehenen Honda Dream, da war die Entscheidung schon gefallen. Ganz unabhängig voneinander verliebten sie sich in dieses Anwesen, sofort und auf der Stelle.

Ein Stück Himmel auf der Erde

Ein Stück Himmel auf der Erde

10 Bungalows, ein wunderbarer Pool, ein kleines Restaurant und ein Wohnhaus. Palmenumsäumt inmitten eines tropischen Gartens liegen die teilweise noch strohbedeckten Häuser mit großer Veranda, die viel von den begeisterten Besuchern genutzt werden. Teilweise noch strohbedeckt sind die Häuser, da es die oben sechs Häuser beim großen Novembersturm in letzten November abgedeckt hat. Die gute Saison des Jahres, das Ersparte einer Saison, die Rücklage für die junge Familie sie waren dahin. Neue Dächer mussten her, stabiler und den tropischen Winden in der Nebensaison trotzend.

Heute ist das alles vergessen. Die kleine Tochter Nina ist angekommen, ein zentraler Bestandteil ist entstanden, da wird alles andere nebensächlich. Doch seine Gäste sind ihm fast genau so wichtig, er will ein Stammpublikum, Menschen die immer wiederkehren und das ist ihm bereits jetzt schon gelungen. So wurde sein Traum wahr. Portugal ist vergessen. Er wird auf  Kho Samui bleiben und wenn es sein muss als Letzter.

6 Antworten auf: Ausgewandert nach Koh Samui

  • Kalle

    Warten auf Hartz IV oder sowas, da hat Jo die richtige Wahl getroffen, auch wenn es nicht für immer ist.

  • Hallo Kalle, hoffe doch, dass es für immer ist. Auf Deutschland hab ich echt keine Lust mehr. Immer mehr Bürokratie, Arbeit wird meist unterbezahlt etc….. Es würde den rahmen sprengen, hier alles auf zu listen. Hier ist es auch nicht einfach aber wenigstens lacht die Sonne 🙂

    Grüße aus Samui Jürgen

  • Bernd

    Hi Joe, die Anlage sieht schön aus. Gibt es bei solchen Unterfangen keine Probleme mit der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis? Kann man als Deutscher eine Immobilie kaufen; ich dachte, das ginge nicht. lg Bernd, dem der hieisge Winter zum Hals raushängt

  • Klaus Peter Schweinchen

    … eine wunderbare Sache. Am besten auf den Namen der Ehefrau kaufen. Oder eine Companie machen und hoffen, dass das Landoffice nix merkt. Alternativ kann aber das Land auf den Namen der Tochter geschrieben werden, im Falle des Falles bekommt dann die Frau wieder alles, weil die Tochter ja minderjaehrig ist. Aber alles ist immer noch besser als in Deutschland die Kohle sinnlos zu verpulvern. Warten auf ALG2, ich kenne endlos viele Leute die auf diese Art und Weise leben … solange die Thai Frau und ihre Verwandten zufrieden sind, geht das gut. Sobald Streit kommt, ist er seinen Besitz los. Was ich daran nicht verstehe, warum deusche Frauen Kerle mit 1,4 Mio Euronen meiden und lieber nach Kenia fliegen oder helfen eine Tauchschule in Marocco oder Agyten zu sponsern. Deutsche schaffen sich ab, scheint ein Zeitgeist zu sein.

  • Klaus Peter Schweinchen

    @ Bernd stimmt, es geht nicht. Aber an jeder Ecke stehen 5 nette Thais die dir sagen, „es geht, NO PROBLEM“ … die Falangs die alles verloren haben reden in der Regel gar nichts … wer kauft, der schreit und zeigt alles rum. Du must einfach die Sache 7 Jahre beobachten. Aber wer tut das schon ?

  • Micha

    @ Klaus Peter Schweinchen – „…Deutsche schaffen sich ab, scheint ein Zeitgeist zu sein. …“ Unsere individuelle Anspruchswelt hat uns fest im Griff. Als Konsequenz gehen die Männer, die Spass haben wollen, nach Thailand und die Frauen, die gleiches wollen „.. lieber nach Kenia fliegen oder helfen eine Tauchschule in Marocco oder Agyten zu sponsern. “ Darüber solle man echt mal nachdenken und dieses Thema aus der Schmuddelecke holen. Vielleicht müssen wir einfach den Begriff Partnerschaft anders definieren. Die verstaubte Ehe mit ihren Rechtsfallstricken scheint für viele nicht mehr das Wahre zu sein, wie die vielen Scheidungen belegen. In irgendeinem Kommentar wurden bereits die Auswirkungen der Emanzipation beschrieben. Der Schreiber drückte klar aus, dass ihn das unweibliche Verhalten der emazipierten Frauen nervt und sie wenig attraktiv macht. Die Männer haben sich daran gewöhnen müssen, die Emanzipation hinzunehmen. Man soll es richtig finden, dass (um mal auf den Beitrag über die Gorch Fock von Thomas Gade einzugehen), dass knapp 1,60 Meter zierliche Frauen in die Wanten eines Segelschifftes steigen müssen, was viele gestandene Kerle nicht mal im Traum machen würden. Politisch unkorrekt ausgedrückt, meine ich, da haben die nichts zu suchen. Männer und Frauen wollen von dem anderen Geschlecht bewundert werden für ihre geschlechterspezifischen Eigenarten. Ein bischen Macho kommt gut an, wenn die Mädels nicht der Meinung sind, sie müßten dagegen halten. Ein Gockel plustert sich nun mal auf und erwartet das nicht von der Henne. Back to the roots, könnte die Parole lauten. Wir haben den Bogen überspannt und suchen das Bessere woanders.
    Ein wenige muss ich mir dabei aber widersprechen. Wer sich mit den Reisen von James Cook beschäftigt hat, weiss, wie sehr die Seeleute ihre Aufenthalte auf Tahiti wegen der unbekümmerten Freizügigkeit der Frauen genossen haben. Sex war bei denen wohl nicht das Killerkriterium für einen sauberen Ruf. Bei uns ist das anders.

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